Hilda! Sonderausstellung anlässlich des 100. Geburtstags von Prof. Hilda Sandtner

Die Sonderausstellung „Hilda.“ portraitiert von Freitag, 7. Juni bis Sonntag, 29. September in den Museen im Colleg das bewundernswerte Schaffen der mannigfaltigen Persönlichkeit von Hilda Sandtner.

Dieses Jahr wäre die 2006 verstorbene Hilda Sandtner 100 Jahre alt geworden. In Mindelheim kennt man sie in erster Linie als Stifterin des Textilmuseums. Sie war aber sehr viel mehr als nur eine eigenwillige Kunstsammlerin.

Als Künstlerin machte sich die akademische Meisterschülerin vor allem in den 1950er und 60er Jahren einen Namen als sie vielbeachtete, großformatige Kunst für den öffentlichen Raum schuf – vor allem in Form von Glasfenstern, Mosaiken und Bildteppichen.

Das Fundament ihres Schaffens bildete jedoch die Grafik. Davon zeugen ihre Entwürfe für Porzellanteller der renommierten Firma Rosenthal wie auch die zahlreichen Buchillustrationen zu von ihr größtenteils selbst verfassten Büchern. Einige dieser Bücher – wie beispielsweise der „Schwäbische Flecklesteppich“ oder die „Schwäbische Witz’“ sind in der Mundart ihrer geliebten Heimat geschrieben.

Hilda Sandtners große Leidenschaft war aber das textile Gestalten. Das Sticken erlernte sie – noch während ihrer Akademiezeit – von der Pike auf in der Wettenhausener Paramentenstickerei. Techniken wie Batik, Mola oder Stoffmalerei lernte sie auf ihren ausgedehnten Weltreisen kennen. So kamen auch die unzähligen Kunstwerke nach Mindelheim, die heute den Grundstock der Sandtner-Stiftung bilden.

Auch als Kunstsammlerin war Hilda Sandtner außergewöhnlich: Sie sammelte nie nur um des Sammelns Willen. Immer waren die kostbaren „Souvenirs“ Anschauungsobjekt für die Lehrveranstaltungen der Professorin. Die leidenschaftliche Pädagogin Hilda Sandtner war mit ihren außergewöhnlichen Methoden ihrer Zeit weit voraus. Von ihren Studenten wurde sie – die eine der ersten Frauen an der Hochschule war – regelrecht verehrt.